Schülerinnen und Schüler im Reich der Mitte

Aufregende Studienreise nach China

Am 4.11 ist für 22 Schülerinnen und Schüler des St.-Georg-Gymnasiums sowie für die begleitenden Lehrkräfte, Frau Piemontese und Herrn Dr. Bachmann, der Austausch mit Wuxi (gesprochen Wuschi) Nr.1 Highschool in China zu Ende gegangen. Etwas müde, aber glücklich erreichten wir nach 16 Stunden Flug und zwei unvergesslichen Wochen in China die Heimat. Es war eine Reise, an die sich alle noch lang erinnern werden.

Die Reise begann am Kirmessonntag. Alle von uns waren bereit, für diese aufregende Erfahrung die letzten Kirmestage zu opfern. Bereits vor Reisebeginn hatten engagierte Lehrkräfte der Schule - hier geht unser Dank an Frau Wobben und Herrn Erdmann - den Austausch auch in diesem Jahr möglich gemacht.

Wegen der lückenlosen Planung konnten wir pünktlich um 3 Uhr von Bocholt zum Flughafen Düsseldorf starten, um den Flug nach Dubai zu nehmen, wo wir zwischenlandeten, um von dort weiter nach Shanghai zu reisen. Trotz des anstrengenden Fluges und Wartezeiten in Dubai und Shanghai kamen wir motiviert, wenn auch etwas erschöpft in Shanghai an. Dort stand uns ein Bus zur Verfügung, der uns nach Wuxi brachte. Eine Lehrerin der Partnerschule, die uns während des Austausches begleiten sollte, begrüßte uns herzlich.

Das Grand Fortune Hotel an, welches sich in idealer Lage an einem wunderschönen Kanal, der mit kleinen Cafés und Läden gesäumt ist, befindet. wurde unser Domizil für die nächsten Tage. Einige von uns begannen schon am ersten Abend, die Gegend in Kleingruppen zu erkunden, andere holten zuerst den verpassten Schlaf nach.

Am zweiten Tag begann unser sehr sorgfältig ausgewähltes Programm damit, unsere Euros in Yuan umzutauschen. Wir lernten außerdem einen weiteren Begleiter kennen: Harry. Er nahm uns gleich zu einem Töpferworkshop mit, bei dem wir selber die Möglichkeit hatten, uns am Töpfern von Teekännchen zu versuchen, was mehr oder minder erfolgreich verlief. Danach ging es zu einer Niederlassung der Firma Yakult, die Jogurtgetränke herstellt. Nach einer Führung durch eine eher weniger authentische Produktionshalle - überall standen Arbeiter herum, aber der Produktionsablauf verlief weitestgehend automatisiert! - kehrten wir zeitig zum Hotel zurück, um kurz darauf unser erstes chinesisches Abendessen einzunehmen.

Das Essen war für die meisten etwas gewöhnungsbedürftig, da alles sehr süß war. Das hängt damit zusammen, dass verschiedene Regionen Chinas unterschiedliche Kochstile haben: die Shanghai-Küche ist süß und leicht. Über die zwei Wochen hatten wir jedoch die Chance, verschiedene Kochstile aus ganz China zu probieren und uns mit dem Essen anzufreunden. Nach dem Essen hatten wir noch genügend Zeit, um die Gegend zu erkunden. Wer dies am Tag davor noch nicht getan hatte, nutzte nun die zahlreichen Möglichkeiten für einen Verdauungsspaziergang – oder einen Abendsnack.

Der dritte Tag war bestimmt vom Ausflug nach Suzhou. Nach einer Stunde Fahrt war es eine angenehme Abwechslung durch den Liuyuan Garten zu spazieren und die Ruhe und Flötenklänge traditioneller Instrumente auf sich wirken zu lassen. Später konnten wir auf der quirligen Guan-Qian-Einkaufsstraße in neuen und alten Läden shoppen und in Kontakt mit Einheimischen kommen.
Dann ging es in das schon freudig erwartete Seidenmuseum, in dem es die Möglichkeit zum Einkaufen von hochwertigen Seidenprodukten gab. Diese Möglichkeit ergriffen viele, um den Daheimgebliebenen auch einen kleinen Teil Chinas mitzubringen. Außerdem konnten wir davor den Prozess der Herstellung und Verarbeitung von Seidenraupe zu Seide verfolgen und bei einigen Schritten sogar mit anpacken.

Tag 4 begann mit einer langen Busfahrt in etwas entlegene Teile Wuxis, wo die Berge anfangen und man in der Ferne Tempel auf den Bergspitzen thronen sehen kann. In dieser Idylle befand sich die CCTV Movie Base. Es handelt sich um einen Filmpark, der laut unserem Guide sowohl ein Touristenhotspot als auch eine Wochenendaktivität für Einheimische darstellt. Wir waren früh vor Ort und konnten somit eine inszenierte Reitershow sehen, welche den Krieg der drei Königreiche darstellte. Die Untermalung durch laute Musik bannte sowohl uns als auch die einheimischen Gäste. Danach unternahmen wir einen Spaziergang über das weitläufige Gelände, auf dem Filmkulissen für unterschiedliche Filme zu finden waren. Anschließend machten wir eine Fahrt auf dem angrenzenden Taihu-See, welcher unseren Besuch abschloss. Im Eiltempo ging es weiter zu Dangkou Ancient Town, ein altes, touristisch aufbereitetes Städtchen mit kleinen Cafés und Läden. Hier hatten wir Dumplings (mit Fleisch gefüllte Teigtaschen) und Suppe zum Mittagessen. Dann hatten wir Freizeit um das Dorf zu erkunden. Bei idyllischem Ausblick boten sich interessante Snackmöglichkeiten: selbst Skorpione waren im Angebot. Nach dem Abendessen hatten die Schüler unabhängig von den begleitenden Lehrkräften Proben für die Aufführung in der Schule. Nach holprigem Start begann es immer besser zu laufen, bis alle zufrieden waren.

Am nächsten Tag mussten wir früh aufstehen, um pünktlich um 8 an der Schule zu sein - was im Übrigen eine Stunde später als der Schulbeginn für die chinesischen Schüler ist. Nach Ankunft an der imposanten Schule wurden wir von einem Mitglied der Schulleitung herzlich begrüßt und willkommen geheißen. Wir trafen uns danach mit den Schülern, mit denen wir eine Stunde im Unterricht verbrachten und hatten dabei die Möglichkeit, den Morgensport mitzuerleben. Dann besuchten wir verschiedene Unterrichtsstunden. Wir erhielten einen kurzen, aber eindringlichen Einblick in das chinesische Schulsystem. Nun hatten wir eine Stunde Chinesischunterricht, wo wir einige einfache Zeichen lernten.
Es folgte das Mittagessen in der Schulmensa, nach welchem wir endlich unsere Austauschschüler des Vorjahres wiedersahen. Nach dem langersehnten Wiedersehen bekamen wir jeder eine private Führung über den riesigen Campus der Schule. Unter anderem lernten wir den schuleigenen Obstgarten, Tempel, See, Schreibwarenladen und das Internatsgebäude kennen.
Außerdem verfügt die Highschool über ein riesiges Sportfeld, ein eigenes Schwimmgebäude sowie ein separates Gymnastik- und Tischtennisgebäude, um den 2500 Schüler gleichsam eine Rundumversorgung zu bieten.
In der Gymnastikhalle erhielten wir etwas später dann Kampfsporttraining, bei dem wir lernten, einen 1 m großen Stock mehr oder weniger elegant herum zu wirbeln.

Danach ging es zu einer Kalligraphiestunde mit einem sehr berühmten Kalligraphen, der an der Schule unterrichtet. Er ließ Kalligraphie so einfach und elegant aussehen, obwohl wir sehr bald feststellten, wie schwer die Kunst des Schönschreibens ist.
Dann kam es zu der kleinen Präsentation davon, was sich die Deutschen und Chinesen hatten einfallen lassen. Nach einer Rede eines Chinesen auf Deutsch folgten ein Solotanz einer talentierten Chinesin sowie die Vorführung von traditionellen Instrumenten und zwei Chorliedern, das eine traditionell chinesisch, das andere deutsch. Nun übernahmen wir und nachdem Esther Hagedorn mit einer Rede auf Chinesisch auch die chinesischen Gäste in ihrer Muttersprache begrüßt hatte, stellten wir den Cup Song und ein Cover von Bruno Mars vor und beendeten die Vorstellung mit einer abschließenden Rede. Der Tag wurde mit einem Fußballspiel der Schulmannschaft gegen uns abgeschlossen, welches wir knapp 0-1 verloren.
Somit ging ein unvergesslicher Tag zu Ende, der uns alle sehr in Gedanken geblieben ist, und wir freuten uns alle auf den Tag, den wir mit der Familie verbringen würden.

Am fünften Tag besuchten wir zuerst noch den buddhistischen Hotspot Lingsheng Buddhist Scenic Spot mit buddhistischen Tempeln und einer riesigen Buddha Statue, die mit 88 Metern Höhe die Größte der Welt ist. Diese versuchten wir zu erklimmen, dafür reichte jedoch für die Meisten die Zeit nicht aus.
Der zweite Programmpunkt dieses Tages war die sogenannte Smile Bay, ein im traditionellen Stil aufgebautes Dorf, das an einer Bucht liegt und als Erholungspark dient. Dieses hat viele Cafés und Läden, um die vielen Touristen zu versorgen. Der Ausflug war eine nette Abwechslung zu dem geschäftigen und schnellen Treiben der Stadt. Denn obwohl wir sehr großes Glück mit dem Wetter hatten und Wuxi nur am ersten Tag von Smog bedeckt war, war die Stadt schon ein großer Kontrast zu Bocholt.

Der letzte Tag in Wuxi rückte nun näher, da wir nach der Tagesaktivität mit den Austauschschülern direkt den Zug nach Peking nehmen sollten. Wir wurden morgens von den Familien abgeholt und hatten individuelles Programm mit den Schülern und ihrer Familie. Dieses variierte, aber viele besuchten Parks, gingen in einer der zahlreichen Malls shoppen oder aßen mit der Familie, aber egal was gemacht wurde, es war für alle eine unvergessliche Zeit, da die Gasteltern und Schüler uns sehr herzlich in ihre Familien aufnahmen und uns, auch wenn es nur für einen Tag war, in ihre Familien integrierten.
Leider musste auch dieser schöne Tag zu Ende gehen und so kamen wir bereits um 17 Uhr wieder zum Hotel, um den Nachtzug nach Peking rechtzeitig zu erreichen. Dieser war sauberer als gedacht, abgesehen vom Zustand der Toiletten, aber viele bekamen trotz Befürchtungen genug Schlaf.

In Peking startete das Programm bereits, als wir um knapp 10 Uhr am Hauptbahnhof ankamen. In den nächsten vier Tagen sahen wir die besten Attraktionen Pekings und wurden von einer freundlichen Führerin begleitet, die uns mit den nötigen Daten über Peking versorgte sowie einem weiteren Lehrer unserer Partnerschule, den wir alle ins Herz schlossen. Nach der Ankunft in Peking und einem Mittagessen sahen wir den Sommerpalast, den Temple of Heaven und den Hong Qiao Markt. Am nächsten Tag folgte das Highlight des Aufenthalts, die Besteigung der Chinesischen Mauer und danach der beeindruckend weitläufige Olympia Park.
Am dritten Tag sahen wir den Tian´anmen Platz, den größten Platz Chinas, der Raum für bis zu einer Million Menschen bietet und Maos Mausoleum. Dann unternahmen wir einen Spaziergang (beziehungsweise eine Wanderung) über den Platz bis zur Verbotenen Stadt.

Dann hatten wir etwas Freizeit an der Wang Fu Jing Straße mit einem Markt, der viele leckere, aber auch gewöhnungsbedürftige Speisen anbot: Krebse, Insekten, Skorpione und anderes mehr.
Abends besuchten wir die Hutongs, die traditionellen Häuser im Centrum von Peking, die, obwohl sie sehr unscheinbar aussehen, wegen der zentralen Lage sehr teuer sind. Die Tour erfolgte mit einer Rikscha. Hier erhielten wir Einblicke in eine Familie, die dort lebt.

Unser Aufenthalt in Peking ging wie im Flug vorbei. Am vierten und letzten Tag trafen wir abschließend Sabrina, eine ehemalige Schülerin unserer Schule, der wir viele Fragen stellen durften. Morgens besuchten wir den Kunstdistrikt, der rustikal-modern war, und in dem viele Studenten und Galerien waren.
Mittags hatten wir Freizeit in Zentralpeking nahe dem Sommerpalast. Abends nahmen wir ein letztes Abendessen in Peking ein, bei dem wir das berühmte Gericht Peking-Ente probieren konnten.
Wir nahmen abends den Zug zurück nach Wuxi, um von dort direkt mit dem Bus weiter zu fahren nach Shanghai. Wir hatten nach der morgendlichen Ankunft Zeit um uns im Hotel frischzumachen und dann mussten wir uns zum zweiten Mal - nun endgültig - von Wuxi verabschieden.

Zur Mittagszeit kamen wir in Shanghai an, dem wirtschaftlichen Zentrum Chinas, in dem es eine 500 km lange U-Bahn gibt und in der das zweithöchste Gebäude der Welt, das Shanghai Center, steht.
Nach der Ankunft besuchten wir einen touristischen Markt mit Blick auf das Shanghai Center. Dann hatten wir abends die Chance, die atemberaubende Skyline zu sehen.
Am nächsten und letzten Tag unseres Aufenthalts bestiegen wir den Oriental Perl Tower, der neben einer gewöhnlichen Aussichtsplattform auch eine Plattform mit einem Glasboden besitzt, was sehr große Überwindung erforderte.
Dann hatten wir etwas Shoppingzeit um dann zum Wachsmuseum Madame Tussauds zu gehen.
Unseren Aufenthalt in China schlossen wir mit dem Besuch eines Marktes ab, auf dem sich viele Einheimische aufhielten und durch die engen und beleuchteten Gassen drängten. Das war ein sehr runder Abschluss, da wir eine weitere authentische Seite Chinas sahen.

Nach dem Markt hatten wir ein Abschlussessen, dann mussten wir uns von Harry verabschieden, um den Flug nach Dubai zu nehmen. Das 30-kg-Limit sorgte für viel Panik unter Schülern und Lehrkräften, da wir viele Souvenirs für die Daheimgebliebenen gekauft hatten. Es kam allerdings zu keinen Problemen und wir kamen am Sonntag unversehrt wieder in Deutschland an. Das war das Ende des Austauschs für die Schüler der Q1, aber die Schüler der EF werden 2019 noch einmal die Chance haben, die Chinesen in Deutschland zu begrüßen.

Ich glaube, dass es noch viel mehr gab, das man zum Austausch und unseren Erfahrungen sagen könnte, wir haben zu viel erlebt um es kurz zusammenzufassen. Die Menschen, die wir getroffen haben und die Erfahrungen, die wir gemacht haben, werden uns lange in Erinnerung und im Herzen bleiben und wir werden die chinesischen Austauschschüler genauso herzlich nächstes Jahr empfangen wie wir in China empfangen wurden! Unser größter Dank geht an alle, die diesen Austausch möglich gemacht haben und ihn für uns zu einem unvergesslichen Erlebnis machten.

Wir hoffen, dass in Zukunft noch andere die gleichen Erfahrungen machen können und dass die Partnerschaft zwischen dem Georgs und Wuxi Nr.1 Highschool noch lange besteht!

Text: Esther Hagedorn (Q1)
Foto: Dr. M. Bachmann

eingetragen von: O. Marke

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