Peter Pan - ein Rückblick auf unser Musical

Hinter den Kulissen

Alle Menschen müssen erwachsen werden.

Wirklich alle? – Nein, Peter Pan wird nie erwachsen werden; denselben Wunsch hatten wohl die rund 60 Schauspieler der Musical-AG in der letzten Woche.

Zum elften Mal hat unsere Musical-AG ihre Fähigkeiten gezeigt und ihre Zuschauer in die Welt von Peter, den verlorenen Jungen, sowie ihrem Rivalen Käpt’n Hook und seiner rauflustigen Piratencrew entführt.

Was in all den Jahren so auf der Bühne vor sich gegangen ist, ist unseren Zuschauern wohl bestens bekannt. Dabei ist es doch genauso interessant, zu wissen, was eigentlich in den Stunden vor dem Öffnen des Vorhangs so vor sich geht…

14:30 Uhr: Die ersten Schüler treten nach einem Wochenende voller anstrengender Probentage ihre Reise ins Nimmerland an. 3,5 Stunden vor der Aufführung ist es im Musikraum noch relativ leer. Bis auf ein paar Schüler, die noch einmal schnell die letzten Vorbereitungen treffen, wie den Schatten von Peter auch in das Marmeladenglas zu befördern (der Glitzer wird wohl nie wieder richtig von den Klamotten gehen), genießen alle noch zuhause die Ruhe vor dem Sturm.

15:00 Uhr: Ein Lost Boy nach dem anderen erreicht den Musiksaal. Noch verstehen sie sich gut mit der Piratencrew, doch wie sieht es in drei Stunden aus? Auch auf dem Flur vor dem Musikraum, wo noch ein letztes Mal die Schritte für den bevorstehenden Kampf geübt werden, kann man die Unsicherheit der Schüler erkennen. Der ein oder andere Degen wird dabei auch leider in Mitleidenschaft gezogen. Leichte Panik bricht aus. Käpt’n Hook ohne Degen? Das geht doch nicht. Aber wo soll man jetzt noch ein Schwert herbekommen? Tja, da muss wohl das gute alte Klebeband her - nach fünf Schichten davon ist der Degen auch wieder für den schlimmsten Angriff von Peter Pan gewappnet.

15:30 Uhr: So langsam sollte wohl auch der langsamste Krieger den Weg in den Musikraum erfolgreich bewältigt haben. Aber was ist das für ein Geräusch von nebenan? Herr Zaddach legt wohl noch den letzten Schliff am Bühnenbild an, sodass auch nichts wackelt oder runterfällt.

16:15 Uhr: Nachdem sich der Großteil der Schauspieler fertig geschminkt hat und auch die Jungen gelernt haben, dass sie sich wohl oder übel schminken lassen müssen, scheint es wieder etwas ruhiger zu werden. Jedoch wird jetzt der sogenannte Bäckereibeauftragte verzweifelt gesucht. Die Laugenstangen sind da, aber wo ist das Geld und wo sollen die eigentlich hin? Nachdem man einmal die ganze Etage abgesucht hat, wurde sie auch gefunden, sodass man kann beruhigt weiterarbeiten konnte.

16:45 Uhr: „Hat jemand von euch Frau Wobben gesehen? Ich brauche noch Hilfe bei meinem Kostüm.“ Ja, ohne Frau Wobben sähen unsere Kostüme wohl nur halb so gut aus. Auf der Suche nach ihr kann es auch schon mal vorkommen, dass man im Treppenhaus den ersten Zuschauern begegnet, die schon ungeduldig darauf warten, sich die besten Plätze zu sichern. Diese Menschen werden auch dann auch schon mit einer Kostprobe von den Liedern animiert.

17:30 Uhr: Nachdem wir uns eingesungen haben und der Soundcheck mit dem Orchester erfolgreich abgeschlossen wurde, ist es soweit, die Türen zu öffnen. Für einige von uns gehört es zur Musical-Tradition, am Eingang zu stehen und die Programmhefte zu verteilen oder die Karten einzureißen. Es ist jedes Mal unglaublich überwältigend, zu sehen wie, viele Leute kommen, um uns zuzuschauen. Irgendwann sind wir dann auch soweit und haben jedem Zuschauer viel Spaß gewünscht; es wird ernst.

18:00 Uhr: Alle Zuschauer sitzen auf ihren Plätzen und warten darauf, dass die ersten Töne erklingen und der Vorhang sich öffnet. So manch einer mag sich aber in den letzten Jahren gefragt haben, was das immer für ein Lärm im Treppenhaus ist, bevor es losgeht. Die Aufklärung: es ist unser Schlachtruf, ohne den keine Aufführung starten kann. Nachdem wir uns alle viel Glück gewünscht haben, fängt das Musical auch schon an.

Freitag 21:15 Uhr: Und wieder ist ein Musical Jahr rum. Der Vorhang geht zu und man hört noch ein letztes euphorisches Humba und dann ist es still. Aber nicht etwa, weil alle schon gegangen sind. Nein, alle liegen sich in den Armen und besonders die Schüler der Q2 weinen, weil dies wohl ihre letzte Aufführung war. Wenn man selber nie mitgespielt hat, wird man wohl nie verstehen, dass mit dem Abschluss des letzten Musicals ein ganzer Lebensabschnitt zu Ende geht.

Text: Nina Wüpping, Q2
Foto: Axel Gehrmann

eingetragen von: O. Marke

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