Mit Rechten reden

Vortrag von Philosoph Dr. Daniel-Pascal Zorn

Um Demokratie und Debatten mit Andersdenkenden ging es am 9. Mai 2019 in der Aula des St.-Georg-Gymnasiums. In Kooperation mit der VHS in Bocholt wurde der Philosoph, Kolumnist und Autor Dr. Daniel-Pascal Zorn eingeladen, um mit den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 10 und 11 in einem dialogischen Vortrag unter dem Titel „Mit Rechten reden“ die im Unterricht des Faches Sozialwissenschaften/ Wirtschaft vorab thematisierten Problemstellungen zu beleuchten.

Im Dialog mit den Schülerinnen und Schülern stellte Zorn seine Thesen und Gedanken vor, die er unter anderem in seinem mit Per Leo und Maximilian Steinbeis verfassten Buch mit dem Titel „Mit Rechten reden“ entwickelt hat.

Inhaltlich ging es beispielsweise um die Frage, wie mit Populisten und Rechten umgegangen werden kann, wenn man das Gefühl hat, mit (guten) Argumenten und Fakten ins Leere zu laufen oder wenn man merkt, dass man manipuliert wird. Zorn erläuterte den Schülerinnen und Schülern dazu etwa verschiedene Kernstrategien des populistischen Denkens, nämlich die dogmatische Setzung, eine Verallgemeinerung der eigenen Perspektive für alle anderen, das falsche Dilemma („Entweder für oder gegen mich“), den Exzess der Positionierung und den Geisterfahrer-Effekt („Nicht ich als Geisterfahrer fahre in die falsche Richtung, sondern alle anderen Autofahrer.“).

Ferner ging es um die rhetorischen Spielchen der AfD. Zorn stellte dies exemplarisch an Gaulands Äußerungen zu Boateng dar, aus denen die Medien einen Rassismus-Vorwurf schufen. Genau diese Kontextunterstellung habe Gauland die Möglichkeit gegeben, sich als Opfer der Medien zu inszenieren.

Die Schülerinnen und Schüler brachten spannende Fragen zu Diskussionen in den sozialen Medien, dem Umgang mit Argumenten von AfD-Wählern, dem Einfluss des Internets auf die Gesprächskultur und die Bewegung Fridays for Future ein.

Zorn griff bei seinen Antworten teilweise weit zurück in die Philosophiegeschichte bis hin zu Sokrates und dessen Schüler Platon. Sein Anliegen war es, den Schülerinnen und Schülern Kriterien an die Hand zu geben, um unlogische Rhetorik zu erkennen und verbal abwehren bzw. kontern zu können. Er stellte jedoch auch klar, dass ein Gespräch abgebrochen werden müsse, wenn ein Gesprächspartner stur bleibt. „Wer sachlich argumentieren will, der hat es nicht leicht, denn viele Menschen argumentieren nicht sachlich!“ Und dennoch sei es wichtig, die Debattenkultur zu stärken.

Text und Foto: C. Tenbreul

eingetragen von: O. Marke

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