Das Georgs öffnet seine Türen

mit gutem Bauchgefühl durch die Schule

Schwungvoll geht es los beim Tag der offenen Tür am St.-Georg-Gymnasium in Bocholt: Die Teilnehmerinnen der Tanz-AG leiten das bunte Programm mit einer eigens entwickelten Choreografie ein. Stolz verfolgen die Leiterinnen der AG, die Schülerinnen Nele und Mia aus der Einführungsphase, den Auftritt ihrer Schützlinge: „Die haben das toll gemacht vor so vielen Zuschauern!“ Tatsächlich ist die Aula prall gefüllt mit interessierten Eltern und Kindern, als Schulleiterin Hilke Smidt eine kurze Rede zur Begrüßung hält.

„Vor zwei Monaten bin ich Schulleiterin geworden. Es ist eine spannende Aufgabe, dennoch habe ich zuvor hin und her überlegt“, erinnert sie sich. Am Ende aber habe sie den Wechsel gewagt, eine ähnliche Entscheidung stünde nun den Kindern in der vierten Klasse bevor: „Ich lade Sie und euch ein, diesen Tag zu nutzen, sich unsere Schule genau anzusehen, damit am Ende mit gutem Gewissen ein Entschluss gefasst werden kann.“

Gesagt, getan – nach einigen weiteren Informationen zu besonderen Projekten (z.B. „Ganz schön schlau“) und zum gebundenen Ganztag verteilen sich die Besucher auf die insgesamt fünf Stockwerke und zwei Sporthallen des Georgs. Auf dem Gang zum Lehrerzimmer liegt bereits der Duft frischer Crêpes in der Luft, die die Schulsanitäter den ganzen Vormittag backen. „Die meisten Leute übersehen daher sogar, dass wir hier Schulsanitäter haben“, erzählt Phil aus der Q2. Alle Schulsanitäter sind an ihrem Dienst-Tag (einmal pro Woche) mit einem Handy ausgerüstet und leisten in Notfällen erste Hilfe. „Wir helfen aber auch in den Pausen, wenn vor allem kleinere Schüler Kopf- oder Bauchschmerzen haben.“

Keine Schmerzen, aber sicherlich einen vollen Bauch hatten am Ende alle Besucherinnen und Besucher des Multi-Kulti-Cafés. Schülerinnen und Schüler der AG „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ haben elf typische Speisen aus verschiedenen Nationen zubereitet. Im Aufenthaltsraum nebenan konnte Schulhund Freddy geknuddelt werden, der auch im Schulalltag eine große Rolle spielt. Die Besucherin Louisa ist auf Anhieb begeistert: „Der ist so flauschig!“

Von besonderem Interesse sind die Konzepte und Erfahrungen rund um den gebundenen Ganztag. Koordinatorin Stefanie Bruhn-Sträßner ist froh, „dass wir hier in allen Räumen AGs zeigen können, die auch wirklich bei uns stattfinden.“ Insgesamt werden knapp 20 AGs angeboten, die teils von Lehrkräften, teils von Schülerinnen und Schülern der Oberstufe geleitet werden. Viele Besucherinnen und Besucher zeigten sich hier von der Vielfalt beeindruckt: Schach, Mittelalter, Ballsport, Jugend debattiert und die Kreativ-AG waren dabei einige Beispiele. Ganz begeistert berichten Siebo und Marlene von ihren bisherigen Erfahrungen in der Geocaching-AG: „Jedes Mal müssen wir neu schauen, wo wir hinlaufen. Einmal sind wir ganz weit in die falsche Richtung gelaufen, ein anderes Mal dachten wir, wir müssten jetzt durch die Aa.“ Die nötigen Geräte zur Orientierung wurden vom Förderverein der Schule gestiftet.

Eine weitere Besonderheit am Georgs ist die Auszeichnung als MINT-freundliche Schule. In den Fachräumen der Biologie, Physik und Chemie können verschiedene Experimente durchgeführt werden. „Viele der Geräte, die die Eltern und Kinder hier ausprobieren, setzen die Kolleginnen und Kollegen regelmäßig im Unterricht ein, um die Naturwissenschaften ganz praktisch zu vermitteln“, erklärte MINT-Koordinator Dr. Alexander von Düsterlohe.

Auch im Bereich der Informatik zeigt das Georgs seine ganze Bandbreite: Neben Tablet- und Laptopklassen wurden auch die zugrundeliegenden Konzepte erläutert. „Wir hatten letztens noch einen Workshop zur IT-Sicherheit. Man muss sich ja schon gut überlegen, wie man dafür sorgt, dass im Internet und in Gruppen nur das landet, was da auch landen soll“, erklärt Konstantin aus der Q1. Eine anwesende Mutter pflichtet ihm spontan bei: „Na, das wäre auch für manche Elterngruppen sinnvoll.“

Neben Aspekten des Umgangs mit Technik präsentiert die PC-AG ihr Ziel: Spielerisch sollen Schülerinnen und Schüler hier an das Programmieren herangeführt werden. „Am Anfang arbeiten wir noch mit Scratch, da kann man sich mit wenigen Klicks ein kleines Spiel selbst programmieren. So lernt man schnell, wie Bedingungen und Schleifen funktionieren“, schildert Marvin aus der Q2. Mit fortschreitender Dauer werden dann aber auch kleinere Programme selbst geschrieben, sogar eine eigene Version von Minecraft konnte auf einem Rasperry Pi realisiert werden. Finanziell sowie fachkundig unterstützt wird das Georgs dabei unter anderem durch Kooperationen mit den Firmen Grunewald und Flender. Letztere ist Sponsor der Lego-Mindstorm-AG, ein Mitarbeiter sagt dazu: „Wenn wir sowas früher in der Schule gehabt hätten, dann wäre ich auch eine Stunde länger geblieben.“

Schülervertreter Jan aus der Q1 erzählt, dass genau danach auch viele Eltern gefragt hätten: „Viele wollten sich gerne direkt bei uns Schülern erkundigen, wie wir das finden, so lang in der Schule zu sein. Da waren viele am Anfang skeptisch.“ Tatsächlich jedoch seien am Ende die meisten Eltern und ihre Kinder überzeugt gewesen – nicht zuletzt, weil man im Ganztag in der Regel keine Hausaufgaben und somit nach der Schule frei hat.

Wer nach einem Rundgang gerne an die frische Luft möchte, der landet schnell in der Dreifachsporthalle. Hier können alle Besucherinnen und Besucher verschiedene Sportarten ausprobieren: Badminton, einen Parcours, Tischtennis oder Fußvolleyball.

Manchmal konnte man sich sogar fragen, ob sich nicht auch die Eltern gerne noch einmal zur Schule angemeldet hätten.

In der kleineren, sogenannten alten Sporthalle präsentiert sich die Ballsport-AG. Diese wird von Schülerinnen und Schülern aus der Einführungsphase geleitet, die zuvor in der neunten Klasse eine Ausbildung zu Sporthelfern absolviert haben.

Nicht nur sportliche, sondern auch musikalische Abwechslung wurde geboten: Unter Begleitung von Lehrerin Jessica Bücker probte die Musical-AG, die regelmäßig ein neu eingeübtes Stück aufführt. Außerdem kann auch in diesem Jahr wieder eine Gitarren-AG in Kooperation mit der Musikschule Bocholt angeboten werden.

Abgerundet wird das Programm noch durch das Sprachangebot: In eigenen Räumen kann man sich über die schwierige Entscheidung zwischen Latein und Französisch informieren, die im Zuge der Umstellung auf G9 künftig erst in der siebten Klasse ansteht. Auch ein Austausch ist am Georgs möglich: Seit mittlerweile über 40 Jahren finden gegenseitige Besuche mit der Canton High School in Amerika statt, ebenso gibt es eine Kooperation mit einer Schule in Wuxi, China. Weitere Austauschprogramme befinden sich gerade in einem Umbruch oder sind in Planung.

Am Ende war es für die vielen Besucherinnen und Besucher, aber auch für die Beteiligten des Georgs ein schöner und ereignisreicher Tag, bei dem die Freude und das Interesse an der Schule im Vordergrund standen.

Text und Foto: T. Tegelkamp

eingetragen von: O. Marke

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