Der Mensa-Ersatz
vom 01.02.2008Die Gymnasien haben Lösungen und Zwischenlösungen gefunden, um Schülern vor dem Nachmittagsunterricht eine warme Mahlzeit bieten zu können. Schüler des Georgsgymnasiums aßen gestern zum ersten Mal im Europainstitut.Wer nachmittags was lernen soll, braucht ein vernünftiges Mittagsessen. Die Schüler des St.-Georg-Gymnasiums sollen das einmal in der geplanten Mensa am Benölkenplatz bekommen. Doch wann die gebaut wird, steht noch in den Sternen. Deshalb hat sich das Gymnasium eine Zwischenlösung einfallen lassen: Pennäler der Jahrgangsstufe 9 können nun donnerstags – wenn sie acht Stunden Unterricht haben – in der Küche des Europainstituts eine warme Mahlzeit bekommen. Auf eine Stunde wurde ihre Mittagspause deshalb ausgedehnt. Gestern testeten die ersten Schüler das neue Angebot.
Hähnchenbrust, Kroketten sowie Erbsen und Möhren gab’s. „Der Geschmack ist ganz gut“, urteilt etwa Schüler Niklas Kolks. Für vier Euro (Gericht mit Getränk) könne man nicht mehr erwarten. Nach der sechsten Unterrichtsstunde waren er und die anderen Schüler vom Georgsgymnasium die Adenauerallee entlang zum etwa 800 Meter entfernten Europainstitut gelaufen oder geradelt.
Gleich 69 von 90 Schülern der Jahrgangsstufe 9 hatten sich für das Essen angemeldet. Jeweils eine Woche im voraus müssen sie das tun, erklärt Gymnasiallehrer Hermann Oechtering. Was es konkret zu essen gebe, hänge am schwarzen Brett aus.
Das Mariengymnasium startet nächste Woche das Pilotprojekt mit der Ewibo-Qualifizierungsgaststätte „Potpourri“ an der Ravardistraße: Dort sollen Schüler der Jahrgangsstufe 6 dienstags und donnerstags ein warmes Gericht (mit Getränk 4,30 Euro) bekommen. „Wir haben die Eltern extra zu Informationsabenden mit der Ewibo eingeladen“, berichtet Rektor Wilfried Flüchter. Erstaunlich viele seien anschließend eine Teilnahmeverpflichtung bis zu den Osterferien eingegangen: Rund 100 der 121 Sechsklässler würden ab nächster Woche – wahrscheinlich in zwei Schichten – in jeweils einer halben Stunde im Potpourri essen.
Auch die Essenswünsche der Pennäler sollten berücksichtigt werden, so weit sie mit den Regeln einer gesunden Ernährung in Einklang zu bringen seien, sagt Flüchter. Hamburger etwa ließen sich auch selbst zubereiten – mit frischem Salat. Die Schülervertretung arbeite derzeit Fragebögen zum Thema Lieblingsgericht aus.
Während das bischöfliche St.-Josef-Gymnasium eine eigene Mensa hat, gibt es im städtischen Euregiogymnasium seit Anfang dieses Schuljahres ein Bistro, das von der Bäckerei Bors betrieben wird. „Es ist von 9.30 bis 14 Uhr für alle Schüler offen“, sagt Rektor Christoph Schultheiß. Neben Brötchen und Salaten würden dort kleine, warme Mahlzeiten wie Chili con Carne und Gyros angeboten. Doch davon machten nur etwa 15 Schüler Gebrauch.
(BBV,01.02.2008)

