"Just feel like you are at home"

Neue Freunde aus der Neuen Welt

Nachdem wir in Dublin fast unseren Anschlussflug nach Boston verpasst hatten und unsere Lehrerinnen einem Nervenzusammenbruch nahe waren, erreichten 20 Schülerinnen und Schüler des Georgs nach ungefähr 16 Stunden Reise das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Mit offenen Armen wurden wir von unseren amerikanischen Gastgebern bereits am Flughafen empfangen. Der wundervoll gelbe Schulbus brachte uns dann zum Zielort: Canton, Massachusetts.
Direkt der erste Abend wird uns immer in Erinnerung bleiben. Nach kurzer Verschnaufpause ging es zum sogenannten „Coffee House“- Abend mit reichlich Kuchen, Poetry Slam, Live Musik und American Football. Mittlerweile war es fast schon 22 Uhr. Einige sehnten sich nun total erschlagen nach einem Bett, andere cruisten durch die Stadt, das Eis war gebrochen und man kam mit den Amerikanern so richtig ins Gespräch.
Nach einem Wochenende in den Gastfamilien stand am Montag – wie sollte es auch anders sein- Schule auf dem Programm, echt amerikanisch allerdings. Es war cool zu sehen, auf welch lockere Art und Weise die students mit ihren teachers umgegangen sind; locker, aber stets respektvoll: Nach jeder Unterrichtsstunde bedankten sich die Schüler beim Lehrer.
Boston. Eine geführte Tour durch das State House verlangte uns einiges ab, denn der tour guide ignorierte gerne die Tatsache, dass seine Gruppe nur aus deutschen Schülerinnen und Schülern bestand. Voller Enthusiasmus führte er uns in die Details amerikanischer Geschichte ein, und zwar in einer Geschwindigkeit, die seinesgleichen suchte. Geschwindigkeit gab es auch bei den Boston Celtics: Gefühlt drei Meter große Männer flogen durch die Luft, um Bälle in Körbe zu werfen. Beeindruckend. Auch die Cheerleader.
New York City. Darauf hatten sich alle schon seit Beginn wahnsinnig gefreut. Auf dem Programm standen ein Besuch bei der UNO, Times Square, Rockefeller Center, Ground Zero, die Freiheitsstatue und Ellis Island. Das Highlight für uns alle war das Empire State Building bei Nacht, von dessen Besucherplattform wir einen atemberaubenden Ausblick über das Lichtermeer Manhattan genießen konnten.
Ein weiteres Highlight war der Besuch eines Gottesdienstes in der Jubilee Church in einer überwiegend afro-amerikanisch geprägten Gemeinde. In einem ehemaligen Supermarkt wurde drei Stunden lang getanzt und leidenschaftlich gesungen. Auch wir konnten uns der besonderen Atmosphäre nicht entziehen und waren aktiv dabei.
In unserer „Freizeit“ war es toll, dass fast jeder „unserer Amis“ Auto fahren konnte, und so waren wir bis spät abends unterwegs. Wir waren im Kino, haben Kürbisse bemalt, waren auf irgendwelchen Parkplätzen, um eine Aussicht über ganz Canton zu haben, oder wir waren einfach bei jemandem zu Hause und haben Billiard gespielt. Wir waren natürlich auch Shoppen in Malls und Outlets, Bowlen, Rollschuhlaufen, Apple Picking und haben ganz viel amerikanisches Essen (auch ein wenig Fast Food …) probiert.
Am letzten Morgen herrschte gedrückte Stimmung. Wir sind noch einmal alle zusammengekommen, haben Abschiedsgeschenke ausgetauscht und Fotos gemacht. Wir waren so traurig und es sind auch viele Tränen geflossen, da wir mit offenen Armen aufgenommen wurden und nun Teil einer „zweiten Familie“ geworden waren. Den Gastfamilien ist es zu verdanken, dass der Austausch zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde.
Wir sind alle sehr stolz und glücklich, dass wir bei diesem Austausch, der mittlerweile über 40 Jahre besteht, mitmachen durften. Es war so toll, den „American way of life“ erleben zu können. Egal, wo wir waren, es hieß: „Feel free to have everything you want. Just feel like you are at home.“. Wir haben Menschen getroffen, die Fremde waren und Freunde geworden sind und für immer sein werden.

Text: Tim Schlimbach und Madita Klümper, Q1
Foto: M. Klümper

eingetragen von: G. Grunden

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