Team Georgs und der Online-Unterricht

Ein Erfahrungsbericht

Aller Anfang ist schwer, lautet eine Redensart. Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, so eine andere. Die Erfahrungen, die das Kollegium des St.-Georg-Gymnasiums mit dem Fernunterricht seit der Schulschließung am 16. März macht, sind mit diesen Sätzen gut zu beschreiben.
Es ist kein Geheimnis: Während in Italien die Schülerinnen und Schüler selbstverständlich online unterrichtet werden und in Frankreich zentral organisierte Lernplattformen zur Verfügung stehen , ist digitaler Fernunterricht in Deutschland „Neuland“, um die Worte von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu zitieren. Hier arbeiten die Lehrerinnen und Lehrer fieberhaft daran, zahlreiche Lernpakete und LogIns für ebenso zahlreiche Klassen per E-Mail an die Eltern zu verschicken, die dann stundenlang Arbeitsblätter ausdrucken und Programme installieren.
Statt auf Einzelkämpfer setzt das Georgs auf eine kommerzielle Co-Working-Plattform, die zur Zeit allen Schulen kostenlos zur Verfügung steht. Hier macht das Georgs langsam aber sicher positive Erfahrungen. Der Vorteil: Alle Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und Verwaltungsangestellte sind auf einer Plattform versammelt, auf der je nach Gruppenzugehörigkeit und Arbeitsschwerpunkt Teams (z. B. Klasse 7a / Englisch) eingerichtet werden können. In diesen können die Mitglieder dann chatten, konferieren, Dateien ansehen, herunter- und hochladen und bearbeiten sowie Links zu weiteren Plattformen problemlos anklicken. Es können Gruppenarbeiten organisiert werden, Referate gehalten und Notizen am digitalen Whiteboard gemacht werden.
Diese schier grenzenlos erscheinenden Möglichkeiten bedürfen einer professionellen Einführung. So fand bereits in den Osterferien ein Webinar, also eine Online-Fortbildung für das Kollegium statt, die zwar viele Fragezeichen und verzweifelt dreinschauende Emojis auslöste, allerdings genauso viele Smileys hinterließ, wenn Informationstechnologie wie Zauberei erschien und plötzlich Dinge möglich machte, die man sich nie hätte träumen lassen.
Nachdem die Klassenlehrerinnen und –lehrer des Georgs zunächst per E-Mail Materialpakete gesammelt und sie mit Wochenplanübersichten an die Eltern verschickt haben, arbeitet die Schulgemeinde nun zunehmend in auf dieser gemeinsamen Plattforn - mit der Resonanz, dass die Schülerinnen und Schüler sich immer selbstständiger mit den dort hinterlegten Materialien beschäftigen können, in Online-Präsenzstunden Fragen an die Lehrerinnen und Lehrer richten können oder auch im Online-Unterricht Ergebnisse präsentieren und diskutieren können. Dabei lernen Schüler wie Lehrer von- einander und meistern die neuen technischen Herausforderungen gemeinsam und schulen beiläufig ihre Medienkompetenz. Die Freude der Schülerinnen und Schüler die anderen Klassenmitglieder zu treffen, ist zudem riesig und auch rührend.
Fazit: Jede Krise birgt auch Chancen, eine weitere Weisheit. Ohne die Corona-Krise wäre eine derartig schnelle und effektive Einarbeitung in digitale Unterrichtsformen sicher nicht möglich gewesen. Trotz vieler Unsicherheiten im Umgang können doch alle Beteiligten stolz sein, in so kurzer Zeit so viel erreicht zu haben, für jetzt und für die noch ungewisse Zukunft. Endlich nicht mehr „Neuland“, sondern schöne neue (Unterrichts-) Welt.

Text und Foto: G. Grunden

eingetragen von: G. Grunden

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