Zivilcourage erfordert Mut – Eindrücke einer bewegenden Lesung

Was passiert, wenn jemand den Mut hat, offen gegen Hass und Lügen aufzustehen – und damit zur Zielscheibe wird? Mit dieser Frage beschäftigte sich eine eindrucksvolle Veranstaltung im LernWerk, an der die Medienscouts sowie die Mitglieder der AG „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ am 29. April 2026 teilnahmen. Mit seiner Graphic Novel „Drei Steine“ hat der Autor Nils Oskamp für die Gefahren von Rechtsextremismus sensibilisiert. In einer multimedialen Lesung berichtete er von seinen persönlichen Erfahrungen mit rechter Gewalt. Ergänzt wurde die Veranstaltung durch eine Schulausstellung mit Auszügen aus seiner Graphic Novel. Die autobiografische Graphic Novel erzählt von Oskamps Jugend in den 1980er Jahren in Dortmund-Dorstfeld. Nach einer Geschichtsstunde widerspricht der damals 13-Jährige einem Mitschüler, der den Holocaust leugnet und Adolf Hitler verherrlicht. Dieser Moment löst eine Spirale rechter Gewalt aus, die sein Leben nachhaltig prägt. Mit klaren Worten und eindringlichen Bildern schilderte Oskamp, wie er als Schüler gegen Neonazis Stellung bezog, brutal angegriffen wurde und nur knapp mehrere Mordanschläge überlebte. Besonders erschütternd war dabei, dass Schule, Polizei und Teile seines Umfelds die Bedrohung häufig unterschätzten oder wegschauten.
Seine Botschaft war deutlich: Zivilcourage erfordert Mut – ist aber unverzichtbar.
Die Eindrücke der bewegenden Lesung wirken bis heute nach. Deshalb plant die AG „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ derzeit eine eigene Veranstaltung für die Schulgemeinschaft des St.-Georg-Gymnasiums, um das Thema weiterzutragen, zu informieren und zum Nachdenken anzuregen.
Text + Foto: Carmen Tenbreul





